4000 km zwischen Himmel und Erde. Der erste Teil unserer Reise nach Cochabamba auf den Fährten von... jaaa, von wem eigentlich??? Na ja.Hier der Bericht. Die Fortsetzung folgt...
15.01.05 22:30h: Es ist dunkel. 22 Volontäre mit Gepäck bis unter die Nasenspitze sind auf der Suche nach der Abfahrtsbucht, von der aus der Bus der Firma "Tur-Bus" mit uns die 34-stündige Fahrt nach Arica beginnen soll. Nachdem die Vorhut sie entdeckt hatte und all unser Gepäck in mehreren Gängen herangeschafft worden war, das durch die vielen Mitbringsel der Fundacion Cristo Vive Chile enorm angewachsen war, begannen wir zu warten. Kurz vor der Abfahrtszeit war unser Vehikel endlich in Position und bereit zum Beladen. Leider waren wir nicht die Einzigen, die viel Gepäck hatten, weshalb Gepäck sogar in Bereiche gepackt wurde, in denen normalerweise die Dinge der Crew sowie Werkzeug gelagert werden. Auch mussten wir für Übergepäck dazuzahlen. Nachdem dies abgeschlossen war, konnten wir uns endlich in unseren gemütlichen Semi-Cama-Sesseln niederlassen. Mit etwas Verspätung fuhr der Bus ab. Die Fahrt war angenehm. Um Mitternacht zum 17.1.06 fanden sich alle bei Thorstens Platz ein, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Trotz einer gewissen Beengtheit ging alles glatt. Thorsten verließ die Welt der Teenies und betrat das Erwachsenendasein erfolgreich auf einem gemütlichen, aber doch etwas kleinen Bussitz. Glückwunsch!!! Alle haben sich auf dieser langen, aber dennoch schönen Fahrt gut amüsiert. Sogar die Partei der Pyromanen, die es liebt, gehackte Blätter in Papierrollen anzuzünden, kam unter Aufsicht der wohlgesonnenen Busfahrer auf ihre Kosten. Es durften immer zwei Leute vorne in der Fahrerkabine etwas zündeln, was mit großer Begeisterung angenommen wurde und sogar zu einer Warteschlange führte. Der Fahrer unterhielt sich zur Freude der jeweils Anwesenden auch sehr gerne. Den Mädchen war dies besonders genehm. Am 17.01.06 morgens kamen wir in Arica an. Dort erweiterte Christin Hesse unsere Gruppe auf nunmehr 23 Freiwillige. Auf Anraten von Schwester Karoline hatten wir nicht direkt mit Pullman bis Cochabamba durchgebucht, sondern wollten uns in Arica um unsere Weiterverfrachtung kümmern. Mit der ortskundigen Hilfe von Simon Hagmann fanden wir schnell das Terminal International und erkundigten uns nach den Verbindungen. Sowohl Pullman als auch einige andere Buslinien fuhren nur an bestimmten Tagen, wobei der Dienstag bei keiner auf dem Plan stand. Somit blieb die Auswahl bescheiden und auf ein Busunternehmen beschränkt. Der Chef des Büros der Firma Trans-Cali versicherte uns, dass er uns noch heute nach Cochabamba befördern könne: Entweder um 16:00 oder, wenn das nicht klappen sollte, um 01:00 morgens. Per Telefon wollte er uns um 14:00 informieren, welche Verbindung wir nehmen würden. Nachdem wir grüppchenweise das Zentrum erkundet hatten, trafen wir uns um 14:00 h am Terminal, um den Anruf abzuwarten. Er kam nicht. Auf Anfrage im Büro der Firma erhielten wir von einem anderen „Chef“ (typisch Bolivien) die Auskunft, dass sie überhaupt nicht nach Cochabamba führen. Um ungefähr 16:00 traf der "Chef", seine genaue Position war uns nicht bekannt, mit dem wir geredet hatten, wieder ein und sagte uns, dass wir um 01:00 fahren könnten. Wir waren froh, dass wir am gleichen Tag noch wegkommen würden. Während der 2-stündigen Wartezeit hatten wir noch intensiv nach Alternativen gesucht, aber lediglich die Möglichkeit gefunden, auf der Ladefläche eines LKWs über die Grenze zu fahren. Andere Busfahrer, die bereit gewesen wären, uns als Gruppe in einer Art Sondertour zu fahren, hatten entweder keinen Bus, oder es fehlten ihnen die Papiere zum Überqueren der Grenze. Unser Gepäck hatten wir sowieso schon bei den Leuten im Büro gelagert und machten uns nun wieder in Gruppen auf den Weg. Teilweise an den Strand und teilweise ins Zentrum oder auch beides. Um 12:00/12:30 trafen wir uns wieder am Terminal. Die Zuversicht, die wir aufgebaut hatten, baute sich nun schlagartig wieder ab, als wir feststellten, dass das Terminal im Begriff war zu schließen. Nun saßen wir alle etwas verärgert an die Wand des Terminals gelehnt, ohne Rucksäcke und mit nur wenigen chilenischen Pesos in der Tasche auf dem Bürgersteig. Der "Chef" hatte uns versprochen, uns noch mal anzurufen. Diesmal tat er es. Es keimte ein kleiner Same der Hoffnung, die sofort wieder verflog, als er uns verkündete, dass der Bus deshalb nicht da sei, weil eine Brücke irgendwo auf dem Weg nach La Paz, von wo der Bus kommen sollte, eingestürzt sei. Allerdings wäre das kein Problem, wir könnten ja morgens um 09:00 fahren. Bis dahin sei die Brücke wieder in Ordnung. Er fragte uns scheinheilig, ob das klar ginge, oder ob wir unser Geld zurück wollten. Wir verlangten das Geld zurück, wussten allerdings, dass wir kaum eine Alternative hatten. Dieser Schachzug diente zuerst einmal dazu, uns etwas Respekt zu verschaffen. Sie kamen sogar wirklich, wobei er zuerst seine Sekretärin vorschickte, um später selbst dazuzukommen. Wir schickten vier Abgesandte zur Verhandlung mit der Sekretärin, um alles zu klären - danach das Geld und schließlich das Gepäck. |