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Willkommen auf den Webseiten des Bolivienprojekts
Das Bolivienprojekt
wird seit einigen Jahren von jungen, motivierten Menschen organisiert,
die ein freiwilliges soziales Jahr oder ihren Zivildienst in der
Fundacion Cristo Vive leisten.
Da in den Sommerferien (Januar/Februar) die meisten Einrichtungen, wo wir jungen Leute arbeiten, geschlossen sind, haben wir die Möglichkeit, unser eigenes Projekt im Nachbarland Bolivien zu organisieren.
| Kinderheime Maria Cristina und Alexandro Magno: Ein Licht am Ende des Tunnels? |
| Geschrieben von Jonas Kutzner | |
| Friday, 06 January 2006 | |
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Michaela Balke (Leiterin FCVB) berichtete mitte Dezember 2005 über die Situation der beiden Kinderheime Alejandro Magno und Maria Cristina.
Die letzten Monate waren von vielen Veränderungen geprägt, leider nicht immer hin zum Guten. Im Mai dieses Jahres wurden beide Heime neu strukturiert: Alle geistig behinderten Kinder und Jugendlichen wurden im Gebäude des Heims MC untergebracht. Die ca. 36 “normalen” Jungen blieben im AM, die “normalen” Mädchen wurden in kleinen mit Adoptiveltern nach dem Modell der SOS Kinderdörfern untergebracht. Beide Heime bekamen neue DirektorInnen und zum Teil neues Personal. Im AM geht es seitdem nach Aussagen einiger Freiwilliger relativ gut zu. Dies zeigt sich u.a. darin, dass in letzter Zeit kaum jemand weggelaufen ist. Die neue Direktorin ist sehr bemüht, und versucht einiges für die Jungen zu organisieren. Es gab einige Aktivitäten, z.B. einen Ausflug von Freiwilligen organisiert, aber finanziert durch das Heim. Das ist eine Seltenheit ! Im MC hingegen geht es seit dem Wechsel drunter und drüber: Wenn man dort hingeht, fühlt man sich an Bilder von den Kinderheimen in Rumänien nach der Wende erinnert: Die Kinder sind verwahrlost, zum Teil apathisch durch starke Medikamente, sie werden häufig geschlagen und eingesperrt. Auch Gerüchte über sexuellen Missbrauch durch das Personal sind uns zu Ohren gekommen. Während im Heim AM noch etwas Programm für die Kinder geboten wird, gibt es im MC gar keine Beschäftigung, das stark unmotivierte, unterbezahlte und auch überforderte Personal “verwaltet“ die Kinder lediglich. Auch hygienisch ist das Heim selbst nach bolivianischen Masstäben ein Desaster: Als wir vor einigen Wochen bei einem Besuch die Speisekammer öffneten, sprangen uns Mäuse entgegen, sämtliche Lebensmittel waren mit Kot verseucht. Das Trinkwasser ist stark verschmutzt, trotz eines Filters, den Freiwillige eingebaut haben, der aber nicht gewartet wird. Die Toiletten und Duschen sind dauernd verstopft. Auf dem riesigen Heimgelände stapelt sich Sperr- und anderer Müll. Man könnte seitenweise darüber berichten. Als Fundación haben wir mehrmals versucht, die Verwaltung des Heims zu übernehmen. Die staatliche Behörde SEDEGES (=Servicio de Gestion Social) war uns erst sehr wohlgesonnen, dann kühlte das Verhältnis etwas ab, da wir viele der oben genannten Misstände angeklagten und das von ehemaligen Freiwilligen gekaufte Material vor dem stehlenden Personal retteten. Vor einigen Wochen verbot uns der SEDEGES dann ganz, das Heim MC zu betreten. Seit Mitte November ist jedoch alles wieder ganz anders: Der Rechtsanwalt unserer Fundación hat gemeinsam mit dem Präfekten von Cochabamba die Verwaltung des Heims MC kontrollieren lassen, wobei ein grosses Netz von Korruption innerhalb des SEDEGES aufgedeckt wurde: Ein grosser Teil des Budgets floss direkt einigen MitarbeiterInnen der staatlichen Behörde in die Taschen, während wir und andere Organisationen immer um Geld für Kleidung, Medizin etc. für die “armen Kinder” gebeten wurden. Innerhalb einer Woche wurde das gesamte Personal der staatlichen Behörde ausgewechselt und auch grosse Teile des Personals des Heims MC herausgeworfen. Die neue Administration des SEDEGES scheint relativ unpolitisch und interessiert, die Verhältnisse etwas zu ordenen. Mit ihnen handeln wir nun tatsächlich einen Vertrag für die Übernahme der Behindertenheims MC aus: Die Fundacion würde dann Geld für Personal, für Ernährung und ärztliche Versorgung der BewohnerInnen, sowie und Reparaturen am Gebäude bekommen und dieses Budget verwalten. In den nächsten Tagen entscheidet sich, ob eine Übereinkunft zustande kommt. Wenn ja, dann kann die im Januar ankommende Gruppe von Freiwilligen aus Chile sofort mit anpacken: Es ist unendlich viel zu tun an seelischen “Reparaturen”: den Kindern und Jugendlichen eine würdige Behandlung, Liebe und Aufmerksamkeit zu geben. Daneben gibt es natürlich viel aufzuräumen, zu reparieren und das hässliche Gebaude schöner zu gestalten. Die vielen bisher eingegangenen und zukünftigen Spenden werden wir für die Verbesserung der Infrastruktur, für die Einrichtung von Werkstätten, zur Aufstockung des Grundgehalts des Personals sowie für die spezielle medizinische oder therapeutische Versorgung einzelner Bewohner benutzen. |
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| Letzte Aktualisierung ( Thursday, 10 January 2008 ) |
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