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Zwei Monate in Bolivien liegen hinter uns. Zwei Monate, verbunden mit vielen vielen Erfahrungen, die wir machen durften. Ein paar negative, die meisten jedoch sehr positiv; und jede auf ihre Art wichtig.
Unsere Eltern, Sie, liebe Spender, die Lebensumstände in Deutschland, einem der wohlhabendsten Länder der Welt, haben uns ermöglicht, in ein anderes Land zu gehen um zu helfen. Um zu helfen an einem Ort, ain dem Hilfe bitter notwendig ist.
In den Waisenhäusern „Alejandro Magno“ und „Maria Christina“, im ärmsten Land Südamerikas,. Bolivien.
An einem Orten, an demm bis zu unserer Ankunft Wörter wie „Dusche“ oder „Toilette“ nicht bekannt waren, da sie diese Einrichtungen einfach seit mehreren Monaten unbenutzbar waren sind.
An einem Ort, an dem die stärkeren Kinder, oft an den Behinderten, ihre Brutalität ausleben, da sie kein anderes Ventil haben. Schlichtweg da sie keine Beschäftigung finden.
Verarmung des Geistes, weil sie keine Lehrer haben. Kein Gefühl zu sich selber, da sie keiner als Individuum anerkennt.
Für die Möglichkeit, an einen solchen Ort zu gehen, um zu helfen, wollen wir Ihnen ganz besonders im Namen der 120 Kinder des Mädchenheims „Maria Christina“ und des Jungenheims „Alejandro Magno“ , von ganzem Herzen danken.
Jede Spende, hat uns unsere Arbeit ermöglicht. Sie hat ermöglicht, einigen Kinder, im ärmsten Land Südamerikas , einen kleinen Lichtblick für die Zukunft zu verschaffen.
Natürlich können und konnten wir keine Wunder vollbringen. Ich glaube jedoch, dass jeder von uns mit der Arbeit, die er oder sie geleistet hat, und der Arbeit der Gruppe sehr zufrieden sein darf.
Unsere Arbeit vor Ort nahmen wir am 13. Januar 2005, hoch motiviert, jedoch anfangs wenig koordiniert auf.
Doch schnell hatten wir auch das Problem der mangelnden Koordination aus der Welt geschafft, indem wir uns in verschiedene kleine Fachgruppen einteilten, dort jeweils einen Leiter wählten und diese untereinander ihre Fähigkeiten kombinieren und koordinieren ließen.
Die Projekte
„Artesania“ war sicherlich der Dauerbrenner unseres Aufenthaltes, konkret das fFlechten, Wweben, sSticken, Kknüpfen etc. von Armbändchen, Haarbändchen und vielem mehr.
Dieses Projekt wurde primär im Jungenheim „Alejandro Magno“ angeboten. Dort fand es viele enthusiastische Teilnehmer zwischen 6 und 25 Jahren. Die Voluntarier, die dieses Projektes ins Leben riefen, waren Katrin, Martha und Doro, jedoch partizipierten letztendlich fast alle Volantarierinnen in diesem Projekt.
Aus der Begeisterung der Kinder für dieses Kunsthandwerk erwuchs die Idee, diese Arbeiten auch längerfristig anzubieten.
Zusammen mit der UNCHI, der zuständigen Organisation für die Verwaltung und Finanzierung der Heime, kamen wir zu dem Entschluss, einen „echten“ Artesanía-Lehrer einzustellen und das Ganze in Zukunft professioneller zu gestalten. Im Punkt der Finanzierung kamen wir nach langwierigen Verhandlungen mit der UNCHI zu dem Konsens, dass das Startkapital für das Artesaníaprojekt von uns bereitgestellt wird.
Hierbei handelt es sich um eine Summe von etwa 1.000 Dollar. Danach soll sich das Projekt durch den Verkauf der hergestellten Ware selbst finanzieren. Die UNCHI trägt die langfristigen Kosten für den Artesaníalehrer.
Ein weiteres großes Projekt war das Theaterstück „Caperucita Roja“ (Rotkäppchen), das im Mädchenheim inszeniert wurde. Bei diesem Projekt wurden an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben: Christoph, Alexandra, Julian, Kathrin, Doris, und Clara. Nein - Spaß bei Seite - ganz so schlimm war es auch wieder nicht...
Jedoch stellte es eine echte Herausforderung dar, mit Kindern im Alter von 7 bis15 Jahren, die meisten mit Konzentrationsschwächen, ein Theaterstück einzustudieren. Schon die tägliche Suche nach den Kindern auf dem großen Gelände des „Maria Christina“ und die Notwendigkeit, die Mädels davon zu überzeugen, dass sie nicht einen Tag Lust zu spielen haben können und den kommenden nicht, erforderte eine knappe Stunde.
Die Proben verliefen, einschließlich der Generalprobe, mehr schlecht als recht. Erst am großen Tag der Aufführung, zu dem auch die Jungen eingeladen waren, schienen Alle verstanden zu haben, um was es geht. Es folgte eine schöne und erfolgreiche Theateraufführung, zu der auch viele „Hohe Tiere“ der politischen Landschaft Cochabambas kamen. Was blieb, waren motivierte Kinder, die Lust auf mehr hatten.
Das wohl wichtigste Projekt, das wir durchführen konnten, war die Neuregelung der Wasserversorgung in den beiden Heimen. Wie schon oben angeschnitten, war lag bei unserer Ankunft das Mädchenheim komplett „auf dem Trockenen“.
Die Toiletten stanken bestialisch und wurden, soweit es ging, gemieden. Ihre Notdurft hinterließen die Mädchen im Garten oder einfach im Gebäude. Das „Maria Christina“ glich einem einzigen großen Klo! Auch im Jungenheim war die Wasserversorgung unzureichend, jedoch weniger prekär. Zwar mussten wir Voluntarier, so wie alle anderen auch, mit dem kalten Schlauch vorlieb nehmen, konnten aber ohne Gasmaske durch das Heim laufen.
Durch die Installation eines neuen Wassertanks und neuer Leitungen wurden die Bäder des Mädchenheims wieder „mobilisiert“. Des weiteren wurde en Filter installiert, der heute das zuvor hoch krebserregende Wasser reinigt.
Da die Versorgung im Jungenheim noch nicht komplett abgeschlossen war, verlängerte Christoph, der zusammen mit Simon Organisator dieses Projektes war, seinen Aufenthat in Bolivien um einen knappen Monat, um auch dieses zu Ende zu bringen. Letzte Woche erst kehrte er, hochzufrieden mit den Ergebnissen, zurück.
Ich denke, aus der Sicht der Kinder waren die Höhepunkte, die wir für sie organisieren konnten, die diversen Ausflüge zum Campen, ins Schwimmbad, zu den Thermalquellen und die Karnevalsfeier. Für das in Südamerika traditionell sehr wichtige Karnevalsfest hatten wir uns etwas typisch Bolivianisches überlegt: eine riesige Wasserschlacht! Natürlich waren die Kinder hellauf begeistert, und im Jungenheim herrschte für einen ganzen Tag Ausnahmezustand.
Ein Förderprojekt besonderer Art soll nicht unerwähnt bleiben. Im Grunde handelt es sich um kein Projekt, sondern einen Mensch. Edwin Jack Diaz. Ein Junge mit 18 Jahren, der seit dem Tod seiner beiden Eltern bei einem Autounfall, bei dem er selbst schwerverletzt überlebte, im Jungenheim „Alejandro Magno“ wohnt. Er hat es dort aus eigener Kraft geschafft, aufzustehen, hat ein wenig Englisch gelernt und die Schule erfolgreich beendet. Er hat einen mäßigenden, vorbildhaften Einfluss auf die Anderen. Nun wollen wir ihm mit einem Stipendium helfen, seinen Traum zu verwirklichen und Systemadministrator zu werden.
Nach unserer Rückkehr aus Bolivien blicken wir auf eine Zeit zurück, die uns viel Freude gemacht hat, obwohl oder vielleicht gerade weil sie uns manchmal sehr angestrengt hat. Es ist schön, auf etwas zurückzuschauen, das so reich an Erlebnissen, Erfahrungen und Erfolgen war.
An dieser Stelle sagen wir jedem Einzelnen von Ihnen herzlichen Dank.
DANKE, dass Sie das „Bolivienprojekt 2005“ ermöglicht haben! DANKE, dass Sie diesen Kindern in einem der ärmsten Länder der Welt geholfen haben!
Der Bedarf an Hilfe in diesen Heimen besteht natürlich weiterhin. Im Moment befindet sich die „Fundación Cristo Vive“ in den Vorbereitungen für eine dauerhafte Ausweitung des Voluntarierdienstes auf Cochabamba/Bolivien. Den VoluntarierInnen der kommenden Jahre sollen primär Supervisoraufgaben unterliegen. Es geht darum, den Verlauf der Spendengelder zu verwalten und deren Verteilung zu regeln.
Wie Sie hoffentlich diesem Brief entnehmen können, war unsere Arbeit ein voller Erfolg - für die Kinder in Cochabamba, aber auch für unsere persönliche Entwicklung.
Das Gefühl, welches jedoch am stärksten nach der Zeit in Bolivien zurück bleibt, ist: Es gibt noch so viel zu tun!
Deshalb hoffen wir, dass die Kinder der beiden Heime „Alejandro Magno“ und „Maria Cristina“ in Cochabamba/Bolivien auch in Zukunft auf Sie zählen können!
Bei Interesse würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns und „unsere ninos“ auf der Website www.bolivienprojekt.de besuchen werden. Dort finden sSie detailliertere Beschreibungen der verschiedenen Projekte, Fotos, Informationen über unsere Vorgänger und vieles mehr.
In diesem Sinne noch einmal vielen Dank und herzliche Grüße!
Ihre Voluntarier 2005 |