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Volontäre 2005
Die Schuh-Aktion | Die Schuh-Aktion |
| Geschrieben von Cristobal | |
| Saturday, 29 January 2005 | |
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Vor allem das Schuhwerk der Kinder stach uns in dieser Hinsicht ins Auge. Als ich vorletzten Sonntag mit den peruanischen Schwestern und einem Grossteil der Jungs in die Kirche ging, mussten wir notgedrungen das ueberqueren, was vor dem Regen wohl mal eine Strasse war: nicht asphaltiert, und die Truffys (Kleinbusse) muessen auch immer mal wieder grosse Schlenker um die Schlagloecher machen, aber immerhin eine Verbindung zwischen A und B – im trockenden Zustand! Trotz Regenzeit regnet es hier nicht so haeufig wie der Name vermuten laesst (ein Stunde alle zwei Tage), aber wenn, dann richtig. Jedenfalls fiel mir bei der Ueberquerung dieses “Sees”, was mit Bergstiefeln keine Schwierigkeit darstellte, auf, dass die meisten Kinder entweder sehr zerloecherte Turnschuhe oder sogar nur die sogenannten Abarcas, Sandalen aus Gummireifen, anhatten. Dass die Kinder nach diesem Gottesdienstbesuch mit klitschnassen Fuessen nicht alle krank geworden sind, kann ich mir nur durch eine extreme Form von Abhaertung erklaeren (die ihnen auch in anderer Hinsicht, Essen etc., zu gute kommt). Ein anderes Mal fragte ich einen Jungen, ob er Lust haette, mit uns Fussball zu spielen, woraufhin er nur traurig auf seine Fuesse deutete: Die 2 bis 3 Nummern zu kleinen Schuhe hat er vorne aufgeschnitten und seine Zehen lugten heraus. An Fussballspielen war somit nicht zu denken. Diese Ereignisse, und auch die von Julian und Simon fuer die Jungs geplanten Exkursionen in die Berge, die sich nun mal schlecht mit Gummisandalen bewaeltigen lassen, veranlassten uns dazu, eine Schuhkaufaktion zu starten: So zogen Marcelo (der sehr engagierte, wenn auch manchmal etwas unzuverlaessige, Psychologe) und ich am fruehen Samstag Morgen los auf die Cancha, den riesigen Schwarzmarkt Cochabambas - und taetsaechlich, nach gar nicht so langem Suchen, hatten wir eine Verkaeuferin gefunden, die bereit war, uns 64 Paar Kinderturnschuhe zu einem fairen Preis zu verkaufen. Ihre Schwester (hier bleibt alles in der Familie) zog anschliessend los, um diese Menge an Kinderfuessen zu vermessen. Nachdem wir danach, in einer muehsamen Kleinarbeit, verschiedene Model von Turnschuhen (meist gefaelschte Nike-, Adidas- oder Reebokschuhe) mit den passenden Groessen ausgesucht hatten, konnte die Schuhe 2 Tage spaeter dann endlich an den Mann bzw. an die Jungs gebracht werden. Eigentlich sollten sich die chicos in 2 geordneten Reihen zuerst die Fuesse waschen und dann einzeln zum Anprobieren vortreten. Das dieses Vorhaben mit diesen bolivianischen niños nur graue Theorie blieb, war angesichts der Freude, die wir mit dieser Aktion ausloesten, nicht so tragisch. Stolz trugen die Kids die neue Errungenschaft in ihre Schlafsaele. Angesichts der Tatsache, dass wir mit umgerechnet 300 Euro 64 Paar ordentlicher Turnschuhe kaufen konnten, und natuerlich auch der Gerechtigkeit wegen, wollen wir dieselbe Aktion auch im Maedchenheim verwirklichen. Viel schwieriger als die Anschaffung der Schuhe wird aber wohl, den Kindern beizubringen, diese zu pflegen. Ein allgemeines Problem der Entwicklungshilfe, was wohl nicht nur auf Schuhe begrenzt ist … |
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| Letzte Aktualisierung ( Friday, 04 February 2005 ) |
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