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Willkommen auf den Webseiten des Bolivienprojekts

42_6402_0040.thumb.jpg Das Bolivienprojekt wird seit einigen Jahren von jungen, motivierten Menschen organisiert, die ein freiwilliges soziales Jahr oder ihren Zivildienst in der Fundacion Cristo Vive leisten.

Da in den Sommerferien (Januar/Februar) die meisten Einrichtungen, wo wir jungen Leute arbeiten, geschlossen sind, haben wir die Möglichkeit, unser eigenes Projekt im Nachbarland Bolivien zu organisieren.


Die Fahrt Teil 1
Geschrieben von Voluntarier 2005 (Julian Schindele)   
Sunday, 16 January 2005

28 Stunden Busfahrt bis Arica liegen vor uns. Trotzdem löst sich die Anspannung die sich in den letzten Tagen unweigerlich aufgebaut hat. Es ist gut - endlich ...

15 Voluntarier sitzen versammelt, im recht komfortabel wirkenden Bus der Firma Pullmann am Anfang ihrer über 40-stündigen Busodyssee.

Aus dem Fenster schauend ziehen Hügellandschaften wie ein Wellenmeer an uns vorbei. Doch schon nach wenigen Stunden, müssen die Hügel der gähnende Leere der Wüste platz machen.

Es scheint, je weiter wir nach Norden kommen um so trostloser wird die Landschaft. Die trotz ihrer Kargheit, oder gerade wegen ihr, eine ganz besondere Faszination ausstrahlt.

Wir fahren durch kleine, zum Teil verlassene Dörfchen die mich unweigerlich an Geisterstädte aus US-amerikanische Western erinnern. Viele bestehen aus nicht mehr als aus einem Schrottplatz um den sich kleine Cluster von Häusern angesammelt haben.  Doch selbst diese letzten “Bastionen der Zivilisation” lassen wir hinter uns, als wir in die Atacama Wüste “eintreten”. 15 Stunden fahren wir durch das Nichts der trockensten Wüste der Welt.

Es scheint unbegreiflich, das um dieses oberflächlich erbärmliches Stück Land ein 4 jähriger Krieg geführt wurde, der knapp 100000 Menschenleben forderte. Doch der Spitzname dieser Region erklärt einiges: Region der 10000 Minen. Unter den Bergen der Küstencordilleren lagerten und lagern einige der größten  Kupfer und Salpetervorkommen der Welt. 

 

Letztendlich zwei Stunden zu früh erreichen wir unser vorläufiges Ziel: die Hafenstadt Arica. Mit seinem 150000 Einwohner ist Arica die größte Stadt der Region.

Durch seine geographisch günstige Lage, in diesem Falle die Nähe zur argentinischen, bolivischen sowie zur peruanischen Grenze haben sich die Popolaciones (Armenviertel) der Stadt zum Umschlagsplatz für fast alle Drogen, die weiter nach Süden geleitet werden sollen, entwickelt. Da überrascht es wenig, daß ein großer Prozentteil der männlichen Bevölkerung im Gefängnis befindet.

 

Der 1 tägige Aufenthalt, während wir auf unseren Anschlussbus nach Cochabamba warten, soll dann auch zur weiteren Planung unseres Projektes genutzt werden. Leider bemerken wir, daß sich wenig konkrete Ideen finden lassen ohne eine genaue Vorstellung vom Ort unsere Arbeit zu haben.

Leider war genau an diesem Punkt die Informationspolitik unserer Fundacion gelinde gesagt unzureichend. Außer einigen Horrorgeschichten über die Kinder und deren Situation in den Heimen ist uns leider wenig bekannt.

Trotz dieser Enttäuschung verbringen wir einen schönen Abend auf dem “Morro”, einem Hügel direkt an der Küste liegend, der als Wahrzeichen des chilenischen Sieges über Peru und Bolivien gilt.  Wie schon oben erwähnt gab es um der Bodenschätze willen, die sich  in  dieser Region befinden, einen von 1879-83 dauernden Krieg. In diesem Krieg gewann Chile 350km Küste und schnitt damit Bolivien vom Meer ab. Die Narben dieses Krieges scheinen heute immer noch nicht verheilt. Immer wieder fordern bolivianische Politiker einen Ausgang zum Meer für ihr Land und ein tiefgehender Hass zwischen den beiden Völkern läßt sich nicht bestreiten. Natürlich läßt sich dieser Hass nicht in allen Bevölkerungsschichten finden, doch gerade bei der Älteren trifft man immer wieder auf ihn.

 

Ein Anruf versetzt uns in helle Aufregung.

Eine befreundete Tia ruft einen der Voluntarier besorgt an. Sie erzählt von Rücktrittsdrohungen des  amtierenden bolivianischen Präsidenten, Unruhen, Straßenkämpfen und Straßenblockaden.

Unsicherheit macht sich breit.

Keiner weiß wie die Lage einzuschätzen ist?

Was empfiehlt sich?

 

Abwarten oder losfahren.       

 

 

Julian Schindele

 

Letzte Aktualisierung ( Friday, 04 February 2005 )
 
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