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Einkauf auf der Cancha (Markt) |
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Geschrieben von Richard Dvorak
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Tuesday, 27 January 2004 |
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Einkauf auf der Cancha (Markt)
Heute morgen ist das Frühstück für mich leider ausgefallen, weil ich mit Norma, einer bolivianischen Physiotherapeutin einkaufen musste, damit wir den neuen Therapieraum einrichten können. Bisher wurden die vielen Behinderten nämlich nie in irgendeiner Form gesondert betreut und sind eher Spielsachen der anderen, was häufig sehr grausam ist.
Mit Norma bin ich also um 08:30h mit dem Bus in die Stadt gefahren und es ist jedes Mal aufs Neue aufregend, was es dort alles zu sehen gibt. Zuerst waren wir bei einem Polsterer und haben verschieden geformte Schaumstoffteile bestellt. In Deutschland müsste soetwas wahrscheinlich alles im Spezialkatalog bestellt werden, aber so was gibt´s hier gar nicht und wäre außerdem astronomisch teuer. Für 1.000 Bolivianos (100 Euro) wird jetzt alles bis hoffentlich nächsten Dienstag fertiggestellt. Danach musste ich noch mit dem Angestellten Geld auf der Strasse wechseln lassen, weil ich nur Dollar dabei hatte. Das ist hier aber nie ein Problem und man kann im Supermarkt regulär mit US$ zahlen.
Anschließend haben wir auf der Cancha noch verschiedene Sachen eingekauft und so gibt es ein ganzes Viertel wo es nur Drogerieartikel, ein anderes wo es nur Klopapier und wieder ein anderes, wo es nur Stoffe gibt.
Handtücher mit Motivdruck haben wir allerdings drei Stunden vergeblich gesucht. Norma wollte allerdings unbedingt solche haben, weil es ja für Kinder sein soll. Es war aber nichts zu machen und vielleicht probieren wir es noch mal woanders.
Nachmittags war ich mit Ramon und Roger etwas außerhalb Cochabambas und wurde übelst von Mücken zerstochen. Wir waren losgezogen, um Stöcke für meinen Taller (Workshop) zu suchen, weil ich mit den Kids Pfeil und Bogen bauen wollte. Haselnussschösslinge gab es natürlich nicht und die Wahl zwischen knorpeligen Pfefferbäumen und Eukalyptus ist auch nicht schwer gefallen, allerdings ist der Eukalyptus wahrscheinlich etwas zu weich und hat wenig Spannkraft. Obwohl die Regenzeit hier langsam ihrem Ende zugeht, regnet es immer mal wieder wie aus Eimern und draußen vor der Stadt ist alles wie ein großer Sumpf. Die Mücken kommen in riesigen Schwärmen und mögen ganz besonders deutsches Volontarierblut. Ich hatte jedenfalls keine Chance und es juckt wie blöde.
Mit 25 langen Stöcken sind wir schließlich aus den Sümpfen geflohen und jetzt fehlen nur noch die Pfeile. Mal sehen, wo ich die kriege. Im Sägewerk nebenan können sie jedenfalls nur fingerdicke Bretter und Kanthölzer schneiden.
Christoph Flohr |
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Letzte Aktualisierung ( Friday, 10 December 2004 )
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