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Gala Dinner im Hogar Alejandro Magno
Als Höhepunkt der Woche hatten wir mit den Kindern auf ein großes Gala Dinner hingearbeitet und bei dieser Gelegenheit gleich den neugestrichenen Speisesaal eingeweiht.
Am Vormittag waren wir in zwei Teams auf der Cancha (sprich: Kanscha =Markt) und im Supermarkt für 90 Leute einkaufen. Wir haben riesige Mengen eingekauft und es war sehr lustig, mit fünf Einkaufswagen, Tonnen von Käse, Nudeln und Cola einzukaufen.
Die Hälfte der Gruppe hat am Nachmittag in der Küche gestanden und kräftig Obst und Gemüse geschnippelt, während die andere den Raum dekoriert oder mit den Jungen noch an der Verkleidung gearbeitet hat.
Gegen halb neun waren wir dann endlich soweit und hatten das Essen fertig. Draußen standen die Kinder alle mit weißem Kragenhemd (Schuluniform) und Tanja und Natalie hatten in der Nacht zuvor noch für alle aus Moosgummi Fliegen gebastelt. Auch Don Gildon, der Heimleiter, war im Jackett erschienen und sah ganz verändert aus.
Vor der Tür hatten wir ein rotes Band gespannt und Don Gildon hat es nach einer kurzen Ansprache zusammen mit Richard, einem kleinen körperlich- und geistigbehinderten Jungen, feierlich zerschnitten. Aus den sonst eher schäbigen Tischen hatten wir zwei lange Tafeln gemacht und diese mit weißen Tischdecken, rotem Schleifenband, Blumen und selbstgebastelten Kerzenleuchtern festlich gedeckt. Die Kinder waren alle ganz andächtig und haben sich erwartungsvoll hingesetzt.
Als Entré gab es verschiede Cracker mit diversen Dipps, von denen besonders der Erdnuss-Dipp der Köchin gelungen war. Es folgte eine Tomatensuppe und als Hauptgang gab es Spaghetti a la panna - leider war die Soße noch im letzten Moment etwas angebrannt, weil das Soßen-Team (Christoph, Robert, Niels und Ingo) die Soße am Ende noch mal aufkochen lassen wollte. War aber nicht ganz so schlimm, die Kinder haben trotzdem mit Wonne gegessen, sie wussten ja auch nicht, wie es normaler Weise schmecken sollte. Das absolute Highlight war aber der Nachtisch: Obstsalat mit drei verschiedenen Eissorten, Schokosoße, bunten Zuckerstreuseln, Waffeln und brennender Wunderkerze.
Einige von uns hatten weiße T-Shirts an und haben mit Tabletts immer bedient, während die anderen in der Küche die Teller vorbereitet haben. Es war einfach unglaublich schön und die Augen der Kinder haben so geleuchtet, als der Nachtisch kam. Allerdings gab es etliche, die ihren Nachtisch nicht mehr aufessen konnten, weil sie vorher schon zuviel gegessen hatten. Wahrscheinlich das erste Mal in ihrem Leben, dass für den Nachtisch kein Platz mehr war!
Danach wurde noch bis um 01:00h getanzt und es war ein überwältigender Erfolg. Bloß wissen wir jetzt gar nicht, wie wir diesen Abend noch toppen können, wenn wir am Ende ein Abschlussfest machen.
Saludos de Bolivia
Christoph Flohr
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